Aus für Café So-Fa Duisburg

Am 01. November 2014 habe ich das Cafe So-Fa in der Goebenstraße in Duisburg Fahrn eröffnet. Konzipiert war es als Beratungs- und Begegnungszentrum, ein Treffpunkt für die ganze Familie, in dem für alle anfallenden Probleme fachkundige Hilfe zu bekommen war. Gleichzeitig war es ein Ort für kulturelle Veranstaltungen und Seminare. Zum 31.03.2016 wird das Cafe So-Fa Duisburg nun geschlossen.

Es fällt mir nicht leicht dies zu schreiben, denn mit dem Cafe sind viele Emotionen, Träume und Pläne verbunden, die leider nun nicht mehr in die Tat umgesetzt werden können. Die Gründe dafür sind sowohl wirtschaftlicher als auch gesundheitlicher Art.

Fast eineinhalb Jahre konnte das Cafe So-Fa aufrecht erhalten werden. Dies war nur möglich durch die Unterstützung meiner Mutter, die den Traum von einem Treffpunkt für Jung und Alt mitgetragen hat. Inzwischen sind aber auch ihre Ersparnisse aufgebraucht, investiert in Anschaffungen und Unterhalt für das Cafe. Ich kann ihr dafür gar nicht genug danken.

Danken möchte ich aber auch den Klienten, die sich meiner fachkundigen Beratung bedienten und mir dabei die Treue gehalten haben. Einige von ihnen hatte ich schon mehrere Jahre vor der Eröffnung des Cafe So-Fa beraten und sie haben zum Teil weite Fahrwege in Kauf genommen, um sich weiterhin von mir beraten zu lassen. Und natürlich danke ich auch den wenigen Gästen, die Frühstück und Snacks sowie Kaffee und Kuchen regelmäßig in der gemütlichen Atmosphäre genossen haben.

Leider haben diese Beratungen und Besuche sowie die durchgeführten Veranstaltungen nicht einmal die laufenden Kosten annähernd decken können. So habe ich als aufstockender Selbständiger privat weiterhin von Hartz4 gelebt und auch davon noch einen Teil investiert. Mit der Schliessung des Cafes und Aufgabe des Gewerbes falle ich daher nicht tiefer als ich bisher gelebt habe. Aber – ich werde einige der Schikanen los, die meine Arbeit durch grundlagenlose Kürzungen meines Lebensunterhalts zusätzlich erschwert haben.

Als ich das Cafe zwischen Hamborn und Walsum eröffnete, war mein Gedanke, dass es aufgrund der hohen Zahl der Arbeitslosen und Hartz4-Empfänger im Duisburger Norden auch einen hohen Bedarf an sachkundiger Beratung und Begleitung geben müsste. Sowohl mir als auch Freunden und Bekannten ist es vollkommen unverständlich, dass dieses Angebot nicht häufiger nachgefragt wurde.

Auch kulturelle Veranstaltungen, Lesungen, Filmvorführungen und Seminare waren kaum besucht. Jegliche Flyerwerbungen, Werbungen in verschiedenen Medien und in SocialMedia-Netzwerken sowie Mund-zu-Mund-Propaganda verliefen scheinbar im Sand. Es ist müssig jetzt noch über Gründe zu lamentieren, doch es ist mir (und auch anderen, die das Cafe kennengelernt haben) völlig rätselhaft warum das alles nicht genutzt wurde.

Vor einer Woche war ich zum zweiten Mal im Laufe der letzten drei Monate gezwungen aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend zu schliessen. Die psychische Belastung durch die Gesamtsituation hat immer mehr zugenommen und sich immer häufiger in körperlichen Beschwerden bemerkbar gemacht. Diese Entwicklung meiner Gesundheit in Verbindung mit der wirtschaftlichen Situation (die sich in absehbarer Zeit offensichtlich nicht nachhaltig ändern läßt) hat mich nun dazu bewogen die Reißleine zu ziehen und das Cafe So-Fa Duisburg aufzugeben.

Wie geht es weiter? Nun, zunächst halte ich die selbst auferlegte Aus- und Regenerierungszeit bis zum 14. Februar 2016 weiter aufrecht. Danach werde ich das Cafe So-Fa (zumindest soweit gesundheitlich möglich) bis zum 31.03.2016 weiterführen. Natürlich freue ich mich über jeden Gast zum Frühstück, Snack oder Kuchen. Wer „schon lange mal“ hereinschauen wollte, hat dann noch sechs Wochen Zeit das nachzuholen.

Innerhalb dieser Zeit werde ich zusätzlich Aktionen bekannt geben in denen Teile des Inventars gegen freiwillige Spende erworben werden können. Dazu werden gehören: Teller, Tassen, Gläser, Bücher, Spiele und manches mehr. Die entsprechenden Tage werden hier auf der Seite angekündigt sein. Jede Spende ist willkommen, die uns hilft die letzten Kosten abzumildern und aufzufangen.

Nach der Schliessung des Cafe So-Fa am 31.03.2016 erhoffe ich mir kurzfristig eine psychosomatische Reha-Maßnahme, die in den nächsten Tagen bereits beantragt wird. Weitere berufliche Lösungen sind auch im Hinblick auf mein Alter derzeit sehr fraglich. Vielleicht findet sich ja irgendwo ein Arbeitgeber, der bei sehr gutem Gehalt eine überqualifizierte Fachkraft in der Beratung einsetzen möchte 🙂 Angebote gern an coach@ag-pos.de

Ich bin auch zukünftig gern bereit mein Wissen und meine Kenntnisse zur Verfügung zu stellen und Beratungen in Sachen SGB II/SGB XII und Familienhilfe durchzuführen. Terminabsprachen dazu sind ab dem 15.02.2016 unter Tel. 0172-7774870 möglich.

Sollte jemand Interesse an den Räumlichkeiten des Cafe So-Fa Duisburg haben, so kann er sich ebenfalls nach dem 14.02.2016 unter der o.g. Nummer oder persönlich im Cafe mit mir in Verbindung setzen. Ich bin vom Vermieter entsprechend autorisiert.

„Ein Lebenskünstler ist ein Mensch, der von der Leiter fällt, sich aufrappelt, die Leiter hinauf schaut und sagt: Ok, ab hier gehts nur noch aufwärts.“ (hpweyer)

In diesem Sinne: Auf geht`s!

Hans-Peter Weyer

 

 

Fröhliche Weihnachten?

 

Das ist sicher schon die 16. Karte, die ich hier schreibe. Doch erst bei dieser Karte an Gabi und Klaus fällt mir auf, was ich hier eigentlich mache. Oft schreibt man ja die Weihnachtskarten, weil „es“ alle machen und weil „man“ das so macht. So ging es bei mir bis gerade eben auch. Auf der Vorderseite jeder Karte steht „Fröhliche Weihnachten“. Ob man das auch falsch auffassen kann? In dieser Zeit ist doch eher Hektik und Stress angesagt als besinnliche und vor allem „fröhliche“ Weihnachten, oder?

Wenn ich mir vorstelle, dass die hochschwangere Gabi mit ihren drei Kindern in dieser Zeit durch Kaufhäuser und auf den Weihnachtsmarkt, zur Feier der Kindergartengruppe, zur Weihnachtsfeier der Schule hetzen, vieles mehr vorbereiten und dann auch noch unbemerkt Weihnachtsgeschenke kaufen muss – alles andere als besinnlich und fröhlich. Da kann eine solche Karte vielleicht doch ein wenig am realen Leben vorbei gehen. Ja, wenn das wie vor 2000 Jahren alles ruhig und gemächlich vonstatten gehen könnte…


Erinnern wir uns:

Dem fleissigen Zimmermann Joseph flattert die Nachricht ins Haus (vermutlich eine Art gesprochenes Einschreiben), dass er sich aufmachen muss in seinen Heimatort, weil er an einer Volkszählung teilnehmen muss. Wie das bei den Politikern so ist, hatte sich der Kaiser mal was Neues ausgedacht, um herauszufinden wieviele Untertanen er in Zukunft zu schröpfen hatte und dabei war ihm egal, was seine Untertanen von dieser irrwitzigen Idee hielten.

Joseph konnte das überhaupt nicht gefallen haben. Er hatte noch jede Menge Arbeit liegen und die müsste ja erst mal fertig werden. So legte er sich noch ein paar Tage ins Zeug, um möglichst Vieles zu schaffen und seine Kunden zufrieden zu stellen. Ausserdem konnte er das Geld für die lange Reise gut gebrauchen.

Seine schwangere Frau Maria war unterdessen vollauf damit beschäftigt alle wichtigen Dinge für die Reise vorzubereiten und den Haushalt herzurichten, damit sie nicht erst alles erledigen müsste, wenn sie wieder zurück waren. Es waren schliesslich ein paar Tage zu reisen.

Dann machten sie sich auf. Ab in den ICE – ach nee, den gabs ja noch nicht. Auf den Esel, jedenfalls Maria. Und Josepf lief. Den langen Weg durch die Wüste von Nazareth nach Behtlehem. Da waren heisse Tage und kalte Nächte an der Tagesordnung. Immer wieder neu auf die Situation einrichten. Über Tage unterwegs.

Dann endlich die Ankunft in Bethlehem. Jetzt nur noch ins Hotel und erst mal richtig ausschlafen. Nur – Vorbestellung eines Hotelzimmers gab es nicht. Wer zuerst kam, schlief zuerst. Den ganzen Tag bis spät in die Nacht haben Maria und Joseph nach einem freien Zimmer gesucht, aber es gab keines mehr. Andere sind schneller und somit früher da gewesen.

Erst sehr spät abends gab ihnen ein netter Vermieter den Rat, doch die Nacht im Stall zu verbringen. Da wäre es nicht so kalt und sie hätten zumindest ein Dach über den Kopf. Maria und Joseph waren einverstanden. Besser als wieder im Freien zu übernachten war es allemal. Der Vermieter führte sie auf ein Feld am Rande von Bethlehem und zeigte ihnen den Stall, der sie aufnehmen könnte.

Ich kann mir gut vorstellen, wie Marias flinke Hausfrauenhände es schafften, aus dem dreckigen Stall eine einigermaßen erträgliche Unterkunft zu zaubern, während sich Joseph bemühte die Tiere etwas abseits zu halten und Schlafstellen zu bauen. Dann endlich Ruhe und Zeit zu entspannen und zu schlafen.

Und dann kam Maria: „Du, Joseph, ich glaub das Kind kommt“. Wie jeder werdende Vater ist wohl auch Joseph in den nächsten Stunden zwischen Freude und Verzweiflung verwirrt durch und um den Stall gelaufen, immer in der Sorge, was denn nun geschehen und ob alles gut verlaufen würde. Maria wird ihm wohl immer wieder gut zugeredet und ihn mit wichtigen Aufgaben betraut haben, während sie selbst mit der Geburt vollauf beschäftigt war.

Und dann war er da. Ein Knabe. Und Zimmermann Joseph nahm sich die Krippe vor und machte daraus eine Schlafstätte für das Kind. Maria wickelte das Kind in Tücher und Decken und legte es in die Krippe. Welch ein Glück muss das für die beiden gewesen sein. Die lange Reise, die fast verzweifelte Suche nach einer Unterkunft und jetzt war alles wie weggeblasen und übrig blieb nur das Glück dieser Familie mit dem neugeborenen Kind. Jetzt war endlich alles, wie es sein sollte und sie konnten sich ausruhen.

Endlich Ruhe.

Und plötzlichdonnert es an die Stalltüre und wild durcheinander schreiende Stimmen durchdringen die gerade erreichte Stille. Laut polternd schaffen sich ungehobelte Schafhirten Zugang zum Stall und erklären sie müssten unbedingt das Kind sehen. An Josephs Stelle wäre ich vermutlich jetzt ausgerastet!

Doch die Geschichten, die die Schafhirten erzählen klingen so unwahrscheinlich und großartig, dass für Wut keine Zeit bleibt. Dieses Kind soll etwas ganz Besonderes sein. Mal abgesehen davon, dass wohl jedes Elternpaar sein Kind für etwas Besonderes hält, soll dieses Kind der Messias sein. Der lang ersehnte Heilsbringer.


Jeder von uns hat sicher seine eigene Sicht auf diese Geschichte und welche Relevanz, welche Bedeutung, sie für ihn und sein Leben hat. Ob man christlich-religiös dieser Geschichte eine Bedeutung für den eigenen Glauben beimißt; ob man andersgläubig die Geschichte zwar kennt, aber für den eigenen Glauben nicht anerkennt; ob man mit Glauben und Religion gar nichts am Hut hat; Weihnachten, also die Geburt des Jesus von Nazareth ist überall auf der Welt ein Grund Frieden und Besinnlichkeit zu fordern und zu finden.

Und wenn wir uns die Geschichte in der Art anschauen wie ich es dargestellt habe, dann sind wohl Ruhe und Besinnlichkeit etwas, das mit der Hektik unserer Tage gar nichts zu tun hat. Die Ruhe und Besinnlichkeit der Weihnachtstage, die fröhliche Weihnacht, sind Dinge, die in unserem Herzen stattfinden – losgelöst von aller äußerer Hektik, von Geschäftigkeit, Religion und Politik.

Ich werde jetzt die restlichen Karten weiterschreiben, in dem Wissen, dass Weihnachten doch das Fest der Ruhe, Besinnlichkeit und Fröhlichkeit ist.

Fröhliche Weihnachten!

Ihr Hans-Peter Weyer

(c) 2015 Hans-Peter Weyer

Ihr Kinderlein kommet…

und nicht nur die Kinderlein. Lasst uns gemeinsam singen, herzergreifende Geschichten hören und die adventliche Vorweihnachtszeit in gemütlicher Atmosphäre geniessen.

Es war früher Tradition in der Vorweihnachtszeit die alten und neuen Weihnachtslieder herauszukramen und gemeinsam wieder einzuüben. Zwischendurch hat jemand eine Geschichte erzählt oder vorgelesen und dazu gab es einen warmen Kakao oder heiße Milch mit Honig.

Ein klein wenig von dieser alten Tradition möchten wir im Cafe So-Fa wieder aufleben lassen und laden deshalb an jedem Dienstag im Advent von 15.00 bis 18.00 Uhr Jung und Alt zum gemeinsamen Singen ein. Wir werden ganz sicher keinen neuen Chor aufmachen und professionelle Lieder-Nachmittage damit gestalten wollen. Wir wollen ein Stück Gemeinsamkeit und Spaß an der Adventszeit mit Euch gestalten.

Eingeladen ist jeder der mitmachen möchte – und wenn jemand ein Instrument mitbringt ist das sicher eine besondere Freude für alle Beteiligten. Für Liedtexte und Noten haben wir schon gesorgt.

Und natürlich fehlt auch das leibliche Wohl nicht. Ein Stück Christstollen und eine Tasse Kaffee oder Kakao dazu gibt es an diesem Nachmittag schon für 1,00 €. Bist Du dabei?

Das ganze Adventprogramm im Cafe-Sofa gibt es hier.

 

 

Lesung: St. Petersburg mit Herz und Hand

Am 23.10.2015 lädt das Cafe So-Fa zu einem Leseabend mit verschiedenen Autoren im Rahmen des Projektes: Zwischen den Welten – Autoren zum Anfassen.

Das Projekt wurde geboren aus der Idee unseren Brüdern und Schwestern in aller Welt in Frieden und Freundschaft die Hand zu reichen und so wahre Völkerverständigung zu ermöglichen. Und dies geschieht in Form von Liedern, Gedichten, Märchen und Geschichten.

In jedem Museum, in jeder Ausstellung, überall hängen Schilder mit der Aufschrift „Bitte nicht berühren“ „Bitte nicht anfassen“. Das brachte uns auf die Idee ein Bühnenprogramm zu erstellen wo ausdrücklich erwünscht ist anzufassen. In dem Wortsinn, dass sich die Autoren und Bühnendarsteller im Anschluss dem Publikum stellen um Rede und Antwort zu stehen.

Beginn 20.00 Uhr.

St_Petersburg001

Platzreservierungen unter 0203-5090895 möglich.

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